Zahnimplantate Implantate Heidelberg - Dr. med. dent. Uwe Richter - Implantologie Implantat Zahnimplantat, Telefon: 06221 - 41 00 43

Mini Implantate

MINI IMPLANTATE
= Mini Dental Implantate
= MDI
= Mini Durchmesser Implantate

Mini Implantate sind dünne Implantate mit einem D = Durchmesser bis 2,5 mm. Durchmesser-reduzierte Implantate haben einem Wert von D = 2,5 – 3,5 mm. Als Standard Implantate bezeichnet man diejenigen mit D > 3,5 mm.

Anwendungsgebiete für Mini Implantate (MDI)

Das Anwendungsgebiet von Mini Implantaten (MDI) liegt in der Versorgung von schmalen Kieferquerschnittformen, für die bei der Verwendung von Implantaten mit Normaldurchmesser ein Knochenaufbau zur Verbreiterung notwendig wäre. Klassische Indikation für MDI sind:

  • zahnlose Kiefer mit unzureichendem Prothesenhalt
  • kleine Zahnlücken mit begrenztem Platzangebot
  • Pfeilervermehrung in Kieferabschnitten mit fehlenden natürlichen Zähnen
Mini-Implantate - oft eine sehr gute Lösung

Vorteile

Mini Implantate können fast immer minimalinvasiv, d.h. ohne Aufklappung des Zahnfleisches - also ohne Schnitt - direkt durch das Zahnfleisch in den Kiefer eingesetzt werden. Da die Implantate sehr dünn sind, kann man auch bei schmalen Kieferformen auf einen Knochenaufbau verzichten.

Nachteile und Kompensation

Mini Implantate (MDI) sind extrem dünne Implantate und da sie eine wesentlich geringere Oberfläche zur Knochenverankerung haben, halten sie nicht so viel Kaubelastung aus wie die großen Standard Implantate. Um die physiologisch vorhandene (normale) Kaubelastung aufzunehmen, muss ihre im Gegensatz zu den Standard Implantaten kleinere Implantatoberfläche durch die Verwendung einer größeren Anzahl von Implantaten ausgeglichen werden. Zu einem gewissen Teil kann dies auch durch die Verwendung langer MDI's oder von MDI's mit etwas größerem Durchmesser (Bereich ist 1,6 bis 2,5 mm) kompensiert werden.

Risiken

Um mit den MDI's die darunter liegende schmale Kieferform genau zu treffen, ist es in schwierigen Fällen bei „Sanduhrkieferprofil“ , in Nervnähe, unter-sich-gehenden Abschnitten etc. ratsam, eine dreidimensionale röntgenologische Bildgebung der anatomischen Verhältnisse zu machen, eine sogenannte Dentale Volumentomographie (vgl. Kapitel DVT). Dadurch kann man den Kiefer nicht nur in einer Panoramaübersicht, sondern als 3D Volumen in der Tiefe darstellen. So wird das Röntgenbild als Querschnittsbild sichtbar, in dem Nervverläufe, Kieferhöhle und abweichende Formen dargestellt sind. Die Kombination MDI und DVT macht Miniimplantate zu einem optimierten Verfahren unter deutlicher Herabsetzung des chirurgischen Aufwandes.

Erfolgswahrscheinlichkeit

Für Mini Implantate werden in der Literatur Erfolgswahrscheinlichkeiten von etwa 90% angegeben versus 98% für die konventionellen Implantate. Dieser Wert erscheint dem Verfasser dieses Textes als zu schlecht angenommen, wenn man berücksichtigt, dass durch die Einbeziehung der dreidimensionalen DVT-Diagnostik heute längere oder – wo möglich - durchmesservergrößerte (2,5mm ) und damit stabilere Mini Implantate verwendet werden können. Wenn das nicht möglich ist, muss der behandelnde Zahnarzt in Erwägung ziehen, dass er ein oder 2 zusätzliche MDI's einsetzt, um eine adäquate Kraftaufnahme der Kaubelastung in den Kiefer zu gewährleisten. Damit können - nach Meinung und Erfahrung von Dr. Richter - Mini Implantate ähnlich erfolgreich sein wie Standard Implantate und dies bei deutlich geringerem operativem Aufwand und zu günstigeren Kosten.

Kosten

MDI's kosten etwa die Hälfte wie Standard Implantate. Dies betrifft sowohl die Kosten für Material als auch für das Arzthonorar. Es gibt verschiedene Systeme wie z.B. 3M Expe MDI, M&H Mini Ball + Mini Post, IMP Hager/Meisinger, Ostem NS, Periotype Implantat XS. Die Mehrzahl der Systeme haben einen Kugelkopfaufbau, auf dem ein mit einem Gummiring gelagerter Matrizenkopf nach Art eines Druckknopfsystems lagert. Diese Systeme sind in Bezug auf den Austausch des Gummidämpfers anfälliger als Pfostenimplantate, auf denen die Krone nach Art eines Konussystems viel stabiler lagert. Hier entfällt der Tausch des Gummidämpfers und der Einschub geht wesentlich einfacher.

Nach Ausmessung von Kieferbreite und -höhe in den verschiedenen Kieferabschnitten und ggf. Anfertigung einer 3D Bildgebung (DVT) können die individuell optimierten Mini Implantate in Länge und Durchmesser und Anzahl genau festgelegt werden. So ist es von großem Nutzen, wenn durch Auswahl der Implantatlänge die an verschiedenen Stellen unterschiedliche Knochenhöhe maximal genutzt wird und durch Anwendung von MDI's mit unterschiedlichem Durchmesser das volle Angebot der vorliegenden Knochenbreite genutzt wird. Danach wird die Anzahl der Implantate berechnet und ein auf die individuellen Verhältnisse zugeschnittener Kostenvoranschlag erstellt.

Wir hoffen, Ihnen über unser System der MDI Anwendung einen kleinen Überblick gegeben zu haben, und würden uns freuen, Sie zu einer Beratung begrüßen zu dürfen.

Heidelberg, im Januar 2013

Ihre Praxis Dr. Richter und Dr. Schüßler