Zahnimplantate Implantate Heidelberg - Dr. med. dent. Uwe Richter - Implantologie Implantat Zahnimplantat, Telefon: 06221 - 41 00 43

Parodontologie

bezeichnet die Lehre von den Zahnfleischerkrankungen, der so genannten Parodontitis marginalis, umgangssprachlich besser als Parodontose bekannt.

Bei der Parodontitis marginalis handelt es sich um die entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates.

Erste Symptome können sein:

  • Leichtes Bluten beim Zähnebürsten
  • Schlechter Geschmack und/oder Mundgeruch
  • ein Aufbiss empfindlicher und/oder lockerer Zahn
  • die Zahnfleischfurche entzündet sich und wird tiefer zur Zahnfleischtasche und das Zahnfleisch rötet sich schwillt an und geht auf Dauer allmählich zurück

Ursache sind vorallem die Bakterien in Zahnbelägen in der Zahnfleischtasche. Daraus ergibt sich die Therapie: die Beseitigung dieser Bakterien.

Da dies nicht allein mit der Zahnbürste möglich ist, benötigt der PA-Patient zahnärztliche Hilfe: Die Taschen müssen instrumentell in der Tiefe gereinigt werden (= subgingivale Kürettage) und zusätzlich darüber (professionelle Zahnreinigung). Wenn die Subgingivale Kürettage stattgefunden hat, genügt danach in der Regel je nach Schweregrad 2-4 malige Professionelle Zahnreinigung pro Jahr.

Gefährlich wird die Parodontitis mit zunehmendem Schweregrad:

Wenn die Bakterien in die Blutbahn geraten, begünstigen sie Frühgeburten oder Schlaganfälle Auch auf die Entstehung von Atherossklerose, koronarer Herzerkrankungen und Zuckererkrankung wirken sich die Bakterien ungünstig aus.

Wir raten zur Prävention vor der Entstehung einer Parodontitis marginalis und zur Unterstützenden Nachsorge (UPT) nach der Behandlung eines Parodontitis Patienten.

Dies geschieht mittels Professionellen Zahnreinigungen (PZR) und an Stellen von wiederkehrender Parodontitis mit sofortigen Taschenbehandlungen in dergleichen Sitzung.

Die Anzahl der Professionellen Zahnreinigungen pro Jahr richtet sich nach der Erkrankung:

  • Prävention bei Gesunden:
    1x PZR pro Jahr
  • Therapie bei Chronischer Parodontitis marginalis:
    2 x PZR pro Jahr + ggf. Subgingivale Kürettage
  • Therapie bei Aggressiver Parodontitis marginalis:
    3-4 x PZR pro Jahr + ggf. Subgingivale Kürettage

Zu den wissenschaftlichen Grundlagen und weiterführenden Therapieansätzen erfahren Sie alles Weitere im nachfolgenden Text und schematischen Darstellungen.

A.

Individuell beeinflussbare
Risikofaktoren: (temporär)
  • Schlechte Mundhygiene
  • Rauchen
  • Stress
  • Medikamente:
    Cyclosporin A,
    Kalciumantagonisten,
    Antikonvulsiva

Förderung der Entzündung

B.

Spezifische Bakterien und ihre Toxine (LPS)

Entzündlicher Angriff/ Interaktion mit Immunsystem

C.

Erworbene und genetische Risikofaktoren: (permanent)
  • Diabetes
  • HIV
  • Hep.C
  • Alter
  • Interleukinpolymorphismus
  • genetische Immunschwächen
  • bestimmte Syndromerkrankungen
   

Begünstigung der Entzündung

Entzündliche Fernwirkung auf - Assoziation mit dem
Gesamtorganismus:
  • Schlaganfall
  • Herzerkrankungen
  • Frühgeburt
  • Verschlimmerung von Diabetes
  • Rheuma
Klinische Erkrankungssymptome:
  • Zahnfleischentzündung und lockerer Zahn.

Weniger als 10% aller Patienten gehören der Gruppe “C” (siehe Schema) an.

So gestaltet sich die Behandlung nicht schwierig: Die Initialbehandlung ist nicht invasiv und nicht schmerzhaft und besteht in der

  1. Etablierung einer guten Mundhygiene
  2. Der Beseitigung von Zahnbelägen ober- und unterhalb des Zahnfleisches.

    So werden gleichzeitig die Bakterien reduziert. Wenn das nicht ausreicht, werden die Bakterien durch einen mikrobiologischen Test - Kultur oder PCR (Polymerase Chain Reaction) bestimmt und mittels des auf den individuellen Fall abgestimmten Antibiotikums eliminiert.

    In ganz schlimmen Fällen (vgl. Schema, Punkt "C") muss mit dem Internisten konziliarisch behandelt werden. Immer seltener - im Vergleich zu früheren Zeiten - wird ein mikrochirurgischer Eingriff am Zahnfleisch notwendig. Es wird nicht mehr - wie früher - Zahnfleisch einfach abgeschnitten, sondern mit neuen Verfahren der Gesteuerten Geweberegeneration (GTR-guided tissue regeneration) der Zahnhalteapparat wieder aufgebaut.

    Wir verwenden dazu ein porzines Schmelzmatrixprotein, welches auf die trockene Zahnwurzeloberfläche aufgetragen wird. Dieses Medikament ist unter dem Namen EMDOGAIN bekannt und hat für den Patienten den weiteren Vorteil, dass es durch seine antimikrobielle Eigenschaft die Wundheilung in einem bisher nicht bekannten Mass günstig beeinflusst.

Zusammenfassung

Langjährige und neuere Studien von Bakdash, Lindhe, Ramfjord, Brecx, Rowshani, Lang u.a. haben Ursachen und Behandlung von Zahnfleischerkrankungen in ein neues Licht gerückt.

Stichwortartig kann man sagen:

1. Die individuelle Mundhygiene eines Patienten
  • ist ein Ersatzkriterium für seine Bereitschft zur Zusammenarbeit
  • ist notwendig bei regenerativen, knochenaufbauenden Maßnahmen
  • ersetzt nicht die professionelle Zahnreinigung durch den Zahnarzt
2. Bei Patienten mit hoher oder erhöhter Empfänglichkeit für Zahnfleischentzündungen
  • kann eine nicht chirurgische Therapie (scaling + root planing) mit 2-4 maliger professioneller Zahnreinigung pro Jahr die Verhältnisse stabil erhalten.
3. Die perfekte häusliche Mundhygiene ersetzt die professioneller Zahnreinigung durch den Zahnarzt nicht.
  • Das Bluten auf Sondierung (BOP) ist das einfachste und wichtigste Messkriterium für das Symptom Entzündung
  • über das Ausmaß des Knochenrückganges entscheidet die Anzahl von einzelnen Entzündungsperioden
  • deswegen müssen Patienten mit Zahnfleischerkrankungen lebenslang 2-4 mal pro Jahr mittels der professionellen Zahnreinigung betreut werden.

Wir bevorzugen die folgenden therapeutischen Ansätze

1. Obligat: Evaluierung der individuellen PA-Risikostufe
  • PA-Disposition (aus Anamnese/Risikofaktoren)
  • PA-Pathogene (Bakterien PCR Test)
2.a. Obligat: Nicht chirurgische Behandlung
  • PZR (Professionelle Zahnreinigung)
  • Subgingivale Kürettage (Scaling and Root planing)
  • aPDT=Antimikrobielle photodynamische Lasertherapie (2x 92,4%) oder Antibiose
2.b. Selten: Chirurgische Therapie:
  • Regeneration von Knochentaschen durch Aufbau mit Emdogain / Bio Oss
3. Obligat: Erhaltungsstrategie (Unterstützende PA-Therapie = UPT)
  • PZR: Anzahl pro Jahr gemäß Risikostufe
  • aPDT antimikrobielle photodynamische Therapie: gemäß PCR