Zahnimplantate Implantate Heidelberg - Dr. med. dent. Uwe Richter - Implantologie Implantat Zahnimplantat, Telefon: 06221 - 41 00 43

Risikopatienten in der zahnärztlichen Praxis

Als unsere Aufgabe betrachten wir neben der eigentlichen zahnärztlichen Behandlung auch die anamnestische Identifikation von Risikopatienten.

Internistische Vorerkrankungen können scheinbar normale Patienten in der Zahnarztpraxis zu Risikopatienten werden lassen. Deswegen erheben wir mit unseren im Herbst 2009 aktualisierten Anamnesebögen Ihre Vorerkrankungen sehr detailliert und versuchen, in einem ärztlichen Gespräch Risikofaktoren zu evaluieren. Ein Konsil mit Ihrem Hausarzt oder Internisten rundet dieses Procedere ab.

Beispielsweise müssen Risikopatienten aus dem Bereich Herzerkrankungen – teilweise lebenslang – Blutverdünnende Medikamente einnehmen. Unter den Stent-Patienten sind hier diejenigen zu benennen, die ASS 100 in Verbindung mit Clopidogrel als Medikation erhalten. Bei allen nicht chirurgischen Eingriffen inklusive professioneller Zahnreinigung und subgingivaler Kürettage bis zu 14 Zähnen, sollen diese Medikamente einfach weiter eingenommen werden bei einer allerdings behutsamen Behandlung. Dies gilt auch für chirurgische Eingriffe bis 3 Zähne oder Implantate. In unserem Anamnesebogen finden Sie die entsprechenden Fragen.

Aspirin oder Clopidogrel müssen nicht mehr abgesetzt werden, wenn es sich um einen minimalinvasiven Eingriff bis zu vier Implantaten handelt.

Antikoagulation: Gehören Sie zur Gruppe der Patienten mit Vitamin K Antagonisten (Marcumar oder Coumadin) oder nehmen Sie das Phytotherapeuticum Ginko ein oder haben Sie Neigung zu blauen Flecken oder Schwellungen (häufig Multimorbide), fertigen wir ein Kleines Blutbild an, aus dem wir die für Blutgerinnung notwendigen Parameter erhalten und in Abstimmung mit Ihrem Hausarzt/Internist eine Heparinsubstitution durchgeführt wird.

  • Thromboplastinzeit (Quick) Norm 100%, ZÄ Behdlg. >25%, gr.Chir: > 40%
  • INR (Int.Norm.Ratio) Norm 1.0, ZÄ Behdlg. < 3.0, gr.Chir: < 2.0
  • Thrombocyten; Norm 140-440000mm3, ZÄ Behdlg 50-80000, gr.Chir >80000 Cave: Bridging mit NMHep. als Subst. : 1 wöchige Kontrolle Thrombopenie
  • Hämoglobin (Hb) Norm 13-18 g/dl, Soll < 10g/dl
  • Erythrocyten Norm 4,3-5,9 /pl
  • Leukocyten Norm 4 - 9,4 /nl

Speziell in der Implantologie führen wir prinzipiell eine Antibiotikaprophylaxe mit 2g Amoxicillin oder 600mg Clindamycin 1h präoperativ (Al Nawas,ZZI 2009) durch.

Bei Herzschrittmacher Patienten ist beim Einsatz von Hochfrequenzgeräten eine Interaktion mit dem Schrittmacher auszuschließen. Wir führen die Abschirmung eines Hochfrequenz Koagulationsgerätes mit einer für diese elektromagnetischen Wellen absolut undurchdringlichen Bleifolie durch.

Bei allen Hochrisikopatienten mit Implantattherapie raten wir zu einer auf einem DVT basierten (Digitale Volumentomographie)3D Computerplanung mit Herstellung einer Navigationsschablone. Mit diesem Verfahren reduziert man erstens die OP Dauer auf weniger als die Hälfte und zweitens kann man mit minimalinvasiver Schlüssellochtechnik ohne Skalpellschnitt die Implantate direkt durch das Zahnfleisch bohren und einsetzen. Dies reduziert Schwellungs- und Nachblutungsrisiko ganz erheblich.

Den Fall von Nachblutungen beugen wir vor mit Wundschutzplatten und speziellen tiefgreifenden Nahttechniken. Neben Hämostyptika und Fibrinkleber kommen auch Fibronolysehemmer (Transexamsre) zum Einsatz. Bei Faktorenmangelerkrankungen oder von Willebrand-S. (VWS) arbeiten wir mit spezialisierten Zentren zusammen. Postoperativ führen wir bei unseren Patienten mit Gerinnungsstörungen engmaschige Kontrollen durch.

Bei Biphosphonatpatienten bestimmen wir auch bei kleinsten chirurgischen Eingriffen die "beta-cross-laps", ein C-teminales Kollagen-Typ I-Telopeptid, das über 150 pg/ml (0,15 ng/l) liegen soll, um das Nekroserisiko klein zu halten.